Habe ich eine Allergie gegen Schokolade?

Habe ich eine Allergie gegen Schokolade? Diese Frage stellen sich viele, die nach dem Schoko-Genuss mit Beschwerden zu kämpfen haben. In diesem Blogpost klären wir auf über mögliche Allergien und Unverträglichkeiten im Zusammenhang mit Schokolade.

ARTIKEL VON Franzi
26. August 2022
Verschiedene Pralinen aus Schokolade

In den vergangenen zwanzig Jahren nahm die Häufigkeit des Auftretens von Allergien deutlich zu. Laut Statistiken entwickelt heute jede:r Dritte im Lauf seines Lebens eine Allergie, Tendenz steigend. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei Lebensmittelunverträglichkeiten zu beobachten. Mittlerweile kennt bestimmt jeder mindestens eine Person, die laktoseintolerant ist oder kein Gluten verträgt. Leider klagen auch immer mehr Menschen über Beschwerden nach dem Verzehr unserer Lieblingsnascherei Schokolade. Die gute Nachricht ist: Eine tatsächliche Allergie gegen Schokolade ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Viel häufiger sind es die beigefügten Zusatzstoffe, die zu Beschwerden führen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, zwischen Allergien und Unverträglichkeiten zu unterscheiden und den tatsächlichen Störenfried auszumachen. In diesem Artikel listen wir Möglichkeiten auf, die zu Beschwerden nach dem Schoko-Genuss führen können und warum hochwertige Bean-to-bar Schokolade auch hier meistens der beste Weg ist.

Warum vertrage ich keine Schokolade mehr? Oder: Der essenzielle Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit

Wenn Ihr Angst habt, Schokolade nicht mehr gut zu vertragen, ist es vorweg wichtig, zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit zu unterscheiden.

Allergien sind eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Antigene aus der Umwelt, sogenannte Allergene. Eine solche Reaktion zeigt sich durch einen erhöhten IgE-Wert im Blut und kann mittels eines Bluttests nachgewiesen werden. Allergien gehen mit – teilweise sehr gefährlichen – Reaktionen direkt nach dem Genuss des Lebensmittels einher. Dazu zählen Hautveränderungen, Hautrötungen, Ausschlag, Jucken in Mund und Rachen, Unwohlsein, Magenbeschwerden, Darmprobleme und in schweren Fällen Atemnot oder sogar anaphylaktische Symptome.

Unverträglichkeiten auf der anderen Seite spielen sich hauptsächlich im Darm ab, wenn dieser bestimmte Lebensmittelbestandteile nicht verdauen kann. Sogenannte Intoleranzen zeichnen sich deshalb durch verschiedene Beschwerden des Verdauungstraktes aus. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Blähungen sind typische Symptome einer Unverträglichkeit. Sie sind also auf jeden Fall auch sehr unangenehm, aber nicht so gefährlich wie eine tatsächliche Allergie. “Klassische” Unverträglichkeiten sind Lactose-, Fructose-, Gluten- oder Histaminunverträglichkeit.

Woher weiß ich also, ob ich eine Allergie gegen Schokolade selbst habe?

Eine Allergie gegen Schokolade, also gegen die Kakaobestandteile selbst, ist wahnsinnig selten und wie bereits erwähnt, sehr unwahrscheinlich. Unverträglichkeiten im Zusammenhang mit Kakao aber tatsächlich nicht so sehr.

Wenn Ihr starke Symptome oder sogar eine allergische Reaktion nach dem Konsum von Schokolade habt, ist es auf jeden Fall wichtig, einen Arzt zu konsultieren, um den Störenfried auszumachen, Wenn Ihr aber keine extremen Symptome, also erträgliche, nach dem Konsum von Schokolade habt, könnt Ihr ganz einfach herausfinden, ob Ihr auf Schokolade an sich, also die Kakaomasse, reagiert oder auf einen Inhaltsstoff.  Für diesen Selbsttest braucht Ihr nur ein kleines Stück pure Kakaomasse, also 100 Prozent Schokolade. Habt ihr danach keine Symptome, sind es ziemlich sicher andere Inhaltsstoffe in der Schokolade, auf die Euer Körper reagiert. Habt Ihr danach Beschwerden, ist es wohl doch die Kakaomasse, die Euch leider nicht gut bekommt. In den nächsten Unterpunkten listen wir mögliche Ursachen dessen auf:

Histaminintoleranz und Schokoladen-Sensibilität

Habt Ihr Symptome, je dunkler die Schokolade und je höher der Kakaoanteil, ist es also ziemlich sicher leider doch die Schokoladenmasse, die Eurem Körper Probleme bereitet. Eine Allergie gegen Schokolade an sich ist aber wirklich, wirklich, einer Wahrscheinlichkeit gegen 0 gehend, selten. Wahrscheinlicher ist, dass Ihr entweder eine Histamin-Unverträglichkeit habt oder eine erhöhte Sensibilität gegenüber Schokolade aufweist.

Reaktionen einer Histaminintoleranz, wie sie oben schon erwähnt wurde, können unterschiedlichste Beschwerden hervorrufen, die sich aber nicht nur auf den Verdauungstrakt beschränken. Hautreaktionen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Halsschmerzen, Dauerschnupfen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Schmerzen, … Diese Reaktionen werden von dem Bestandteil Histamin ausgelöst, der in vielen Lebensmitteln, oft schwankend enthalten ist. Vor allem fermentierte Lebensmittel wie Rotwein oder Schokolade, die aus zuvor fermentierten Kakaobohnen besteht, führen zu Beschwerden. Wenn Ihr bei Euch eine Histaminunverträglichkeit vermutet, ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich Unterstützung beim Arzt oder einer:m Ernährungsberater:in zu suchen. Und das heißt dann übrigens nicht, dass Ihr nie wieder Schokolade essen könnt. Manchmal legt sich die Unverträglichkeit nach einiger Zeit auch wieder. Und weiße Schokolade, im besten Fall feine weiße Schokolade ohne unnötig hinzugefügte Aromastoffe, kann auch bei einer Histaminintoleranz weiter gegessen werden. Weil sie nur Kakaobutter, den Öl-Bestandteil der Kakaobohne, enthält, ist sie histaminfrei und somit weiterhin genießbar 🙂

Weiße Schokolade, gegen die eine Allergie quasi unmöglich ist

Es gibt auch Berichte über Menschen, die eine hohe Sensibilität gegenüber Schokolade selbst, also der Kakaomasse aufweisen, also eine Art Unverträglichkeit. Ein Hinweis darauf sind typische Symptome einer Unverträglichkeit, aber auch Kopfschmerz, Nervosität oder Unruhe. Auch hier werden die Beschwerden stärker, je höher der Kakaogehalt der konsumierten Schokolade ist.

Kreuzreaktionen auf Schokolade

Wie bereits erwähnt, ist eine Allergie gegen Schokolade sehr unwahrscheinlich. Was aber tatsächlich passieren kann, ist, dass eine Kreuzreaktivität gegen einen Stoff vorliegt, gegen den man tatsächlich allergisch ist. Ist dieser Stoff in seinem molekularen Aufbau ähnlich dem von Schokolade, kann dies das Immunsystem verwirren und bei besonders empfindlichen Personen eine allergische Reaktion hervorrufen. Laut Studien zählen Ambrosia, Tabak und Kaffee zu Substanzen, die eine Kreuzreaktion mit Kakao provozieren können. Eine solche Kreuzreaktivität geht meist mit milderen Symptomen einher, ist aber natürlich nichtsdestotrotz unangenehm.

Habe ich eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe von Schokolade?

Nachdem wir den sehr unwahrscheinlichen Fall abgehandelt haben, ausgehend der Annahme, dass die Kakaomasse selbst das Problem ist, schauen wir noch kurz in Richtung “kakaofremde” Allergene. Ein Hinweis, dass eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen zugesetzte Stoffe besteht, ist eine höhere Reaktion je niedriger der Kakaogehalt. Beispielsweise hat der Kakaobestandteil Kakaobutter, der in weißer Schokolade ist, keine bekannten Allergene. Reagiert Ihr also auf weiße Schokolade allergisch oder habt danach Beschwerden, muss es an den zugefügten Stoffen liegen.

Allergene in Schokolade

Grundsätzlich empfehlen wir immer, die Zutatenliste von Schokolade zu lesen, schon allein, um die Qualität des Produkts einzuschätzen. Denn es gilt: Je weniger Zusatzstoffe und Aromen hinzugefügt wurden, desto höher ist meist die Qualität der Schokolade. Industriell gefertigte Schokolade auf der anderen Seite hat oft einen ganzen Haufen an hinzugefügten Zusatzstoffen. Also deutlich mehr Inhaltsstoffe, auf die der Körper allergisch reagieren kann. Klassische Störenfriede, also Allergene, die in Schokolade enthalten sein können, sind Gluten, Milch, Nüsse, Eier und Soja. Seid Ihr gegen einen dieser Inhaltsstoffe allergisch, ist ein Inhaltsstoffe-Check unabdinglich. Bei schweren Allergiker:innen ist das aber natürlich sowieso schon in das Kaufverhalten eingebrannt.

Und natürlich ist auch eine Unverträglichkeit gegen einen der Stoffe möglich. Vor allem laktoseintolerante Menschen können von der Schwierigkeit, milchfreie Schokolade im Supermarkt zu finden, ein Lied singen.

Sehr eklig aber muss erwähnt werden: Insektenreste in Schokolade

Ja, Ihr lest richtig. In Schokolade so wie in vielen anderen natürlich Lebensmitteln können Insektenreste mitverarbeitet werden. Natürlich aus Versehen, aber trotzdem. Kakaobohnen beispielsweise müssen nach der Fermentation einige Tage an der freien Luft trocknen. Dass da auch mal ein Käfer oder eine Kakerlake drüber krabbelt, sich dort verirrt und schlichtweg mit eingepackt wird und weiterverarbeitet, sollte nicht überraschen. Das gilt auch für andere Lebensmittel, die relativ natürlichen Ursprungs sind, wie Mehl oder Nussprodukte. Die Insektenteile in Schokolade machen aber natürlich im Verhältnis zu den anderen Zutaten nur einen winzig kleinen, nicht wahrnehmbaren Anteil aus.

Was hat das aber mit Allergien zu tun? Tatsächlich können die Insektenbestandteile Allergien triggern, beispielsweise gegen Hausstaub. Und sonderlich hygienisch ist es eben einfach auch nicht. Wenn Ihr also sicher gehen wollt, oder sagen wir mal, sicherer, hilft auch hier nur, qualitativ hochwertige Bean-to-bar Schokolade zu kaufen. Anstatt riesige Mengen Schokolade so technisiert wie möglich herzustellen, liegt der Fokus hier auf Sorgfalt bezüglich jedem einzelnen Schritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kakerlake dabei in der Kakaomühle landet, ist also deutlich geringer.

Kakaobohnen die später zu Schokolade verarbeitet werden

Fazit: Immer die Zutatenliste checken und wenn möglich auf feine Schokolade zurückgreifen

Was also tun, wenn Ihr das Gefühl habt, Schokolade nicht mehr gut zu vertragen?

Zusammengefasst: Lest Euch immer gut die Inhaltsstoffe durch, die in der Schokolade enthalten sind und überprüft, ob Ihr gegen einen davon eine Unverträglichkeit habt oder haben könntet. Solltet Ihr tatsächlich die Kakaomasse selbst nicht gut vertragen, könnte eine Histaminintoleranz dafür ein möglicher Grund sein.

Und um sicherzugehen, gut verarbeitete Schokolade ohne unnütze Zusatzstoffe, die Intoleranzen triggern können, macht es am meisten Sinn, auf fair gehandelte, feine, Bean-to-bar Schokolade zu setzen. Aber dass wir dafür plädieren, ist für treue Leser:innen sicher keine Überraschung 🙂

 

 

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