Ist Schweizer Schokolade die beste der Welt?

Toblerone, Lindt, Ragusa – Schweizer Schokoladenmarken zählen zu den bekanntesten und beliebtesten weltweit. Doch warum ist Schweizer Schokolade überhaupt so berühmt und ist sie wirklich so gut wie ihr Ruf?

ARTIKEL VON Theyo
11. März 2022
schweizer-schokolade toblerone

Schweizer Schokolade gilt als die beste Schokolade der Welt. Sie ist vor allem bekannt für ihren zarten Schmelz und ihre milchige Cremigkeit. Und auch die Schweizer scheinen von ihrer Schokolade überzeugt: Sie liefern sich regelmäßig ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Deutschland, was den jährlichen Schokoladenverbrauch angeht. Doch wie einst die Franzosen lernen mussten, dass guter Wein nicht ausschließlich aus Frankreich kommt, sollten auch die Schweizer ihre Lieblingssüßigkeit noch einmal unter die Lupe nehmen. So viel sei schon verraten: Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus lohnt sich!

Wer hat die Schweizer Schokolade erfunden?

Während sich der allgemeine Irrglaube verbreitet hat, dass Schokolade von den Schweizern erfunden wurde, ist die Wahrheit – wie so oft – deutlich komplexer. Denn natürlich ist Schokolade keine westliche Erfindung. Die ersten Kakaobohnen wuchsen bereits 5000 Jahre v. Chr. im Amazonasgebiet und wurden schon mehrere Tausend Jahre von Mayas und Azteken konsumiert, bis sie dann erst zu Kolumbus’ Zeiten ihren Weg nach Europa fanden. Nach und nach verbreitete sich der Konsum von Kakaobohnen auch in europäischen Ländern und wurde bereits 1600 in England zu einem echten Hit. Es verwundert deshalb nicht, dass die erste Schokolade in Tafelform ebenfalls in Bristol von Fry & Sons in 1847 entwickelt wurde. Zu diesem Zeitpunkt bestand sie aus Kakaopulver, Zucker und Kakaobutter und ihre Textur war alles andere als cremig. Und genau hier kam zunächst Rodolphe Lindt mit seiner bahnbrechenden Erfindung ins Spiel.

schweizer schokolade geschichte

Was ist das besondere an Schweizer Schokolade?

Im Jahr 1879 erfand Rodolphe Lindt – angeblich eher zufällig – die Conche. Er suchte nach einer Möglichkeit, die Partikelgröße so zu verkleinern, dass die Textur auf der Zunge kaum noch wahrgenommen werden würde. Mit der Conche schaffte es Lindt, die Größe auf unter 30 Mikron zu verringern und machte die Schweizer Schokolade weltweit als zartschmelzend und seidenweich bekannt. Gleichzeitig entwickelte Lindt die Conche stetig weiter, sodass diese heute nicht mehr nur die Textur verfeinert, sondern durch Zugabe von Sauerstoff auch noch ungewollte Aromen aus der Schokolade arbeiten kann.

[Wie Schokolade hergestellt wird und wie das Conchieren genau funktioniert, erfahrt Ihr hier]

Doch nicht nur das! Wenige Jahre zuvor – in 1867 – hatte sich der Chemiker und Unternehmer Henri Nestlé angesichts eines massiven Schweizer Milchüberschusses mit der Frage beschäftigt, wie Milch haltbar gemacht werden könne. Im Zuge dessen fand er einen Weg, die Milch zu trocken und erfand somit das Milchpulver. Während Schokolade und Kakaopulver bereits mehrere Hundert Jahre mit Milch gemischt worden war, bot sich nun zum ersten Mal die Möglichkeit, die Schokoladenmasse mit Milchpulver zu mischen. Die berühmte, cremige und zartschmelzende Schweizer Milchschokolade war erfunden. Doch mit wachsender Beliebtheit wuchsen auch die produzierten Mengen und Marketingbudgets, während der Qualitätsanspruch abnahm.

 

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Wie gut ist Schweizer Schokolade also wirklich?

Wie so oft lautet die Antwort hier: Es kommt drauf an. Denn, wie in jedem anderen Land auch, wird auch in der Schweiz gute und weniger gute Schokolade hergestellt. Während Taucherli, Garcoa … und nicht zuletzt auch Original Beans feine Schokolade in der Schweiz produzieren, gibt es vor allem viel industriell produzierte Schokolade mit Schweizer Label. Statt also explizit nach Schokolade aus der Schweiz zu suchen, solltet Ihr potenziell lieber einen Bogen um sie machen. Oder beim nächsten Mal genau schauen, welche Infos Ihr auf der Verpackung findet, die für gute Qualität sprechen.

 

Richtig gute Schokolade kommt nicht aus der Schweiz

Jetzt ist es raus 😉 ! Und während wir an dieser Stelle natürlich nicht die wirklich feinen, fairen und nachhaltig-produzierenden Bean-to-Bar-Hersteller:innen schlecht machen wollen, wollen wir die Chance nutzen, Euch auf noch ‚bessere‘ Schokolade aufmerksam zu machen. Und zwar die Schokolade, die mehr als fair ist. Schokolade, die direkt im Urpsrungsland produziert wird, wodurch der größtmögliche Teil des Umsatzes zurück an den Ursprung geht und qualifizierte Arbeitsplätze vor Ort schafft. Aus eben diesem Grund haben wir uns bei Theyo zum Ziel gesetzt, so viele Ursprungs-Anbieter wie möglich zu vertreiben. Eine kleine Auswahl unserer liebsten Hersteller:innen:

Cacaosuyo
Latitude
Marou
MIA
Kuná
Menakao

winnowing-credits-latitude-chocolate

Latitude Chocolate aus Uganda, ©Latitude

Was genau die Herstellung bedeutet und welche Vorteile dies mit sich bringt, erfahrt Ihr in unserem Interview mit MIA-Schokoladen-Gründer Brett Beach.

Ihr wollt mehr über richtig gute Schokolade erfahren? Dann schaut Euch doch mal bei unseren Schoko-Tastings um oder macht ein leckeres Team-Tasting mit uns!

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