Die UN Sustainable Development Goals im Schokoladenbereich

Welche Bedeutung haben die UN Sustainable Development Goals im Schokoladenbereich? Und wie setzen wir uns bei Theyo mit ihnen auseinander? Erfahrt hier mehr…

ARTIKEL VON Theyo
10. September 2021

Die UN Sustainable Development Goals sind 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. In diesen haben die Vereinten Nationen sich nicht weniger zum Ziel gesetzt, als bis 2030 weltweite Armut zu bekämpfen, den Planeten zu schützen sowie Frieden und Wohlstand für alle zu schaffen. Und während diese Ziele vielleicht etwas utopisch klingen mögen, so wollen auch wir im Schoko-Bereich unser Möglichstes beitragen, um den Zielen einen kleinen Schritt näherzukommen. Wie? Erfahrt Ihr hier!

Theyo & die Sustainable Development Goals

Was klingt wie ein Bandname (auch eine gute Idee 😉 ) soll unsere Beschäftigung mit den UN-Zielen genauer beschreiben. Denn wir streifen die SDGs nicht nur, sie sind in gewissermaßen verflochten mit all unseren Aktivitäten, die wir bei Theyo ausüben. Statt 99 Problems, konzentrieren wir uns auf 8 Lösungsansätze, die wir fest in unsere Arbeit integriert haben. „Wir“ heißt letztlich vor allem: unsere Schoko-Hersteller:innen, die wir nach eben diese Kriterien auswählen und die vor allem durch ein hohes Maß an Transparenz überzeugen! Wie wir gemeinsam die SDGs in den Fokus nehmen? Here we go:

Ziel 1: Keine Armut!

Armut in jeder Form und überall beenden

Das erste Ziel der Sustainable Development Goals ist auch auf unserer Prio ganz oben! Denn: Armut ist Hauptursache für die im Schoko-Bereich weit verbreitete Kinderarbeit und Kindersklaverei. Und genau deshalb sind faire Löhne, langfristige Verträge und jede Menge Transparenz essenziell!

Im Schokobereich heißt das:
Beim direkten Handel mit Kakaobohnen werden unterschiedliche Armutsdimensionen betrachtet. Viele Kooperativen mit denen wir uns unsere Schoko-Hersteller:innen arbeiten, geben ihren Landwirten viel mehr als nur ein Einkommen. Sie setzen Weiterbildungen auf, unterstützen sie beim Nach-Ernteprozess und bei der Qualitätssicherung. Dies wird wiederum ebenfalls durch höhere Einnahmen finanziert. Nur durch einen ganzheitlichen Ansatz kann Armut dauerhaft verringert und Kinderarbeit verhindert werden!

 

Ziel 2: Kein Hunger

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Der Großteil unserer weltweiten Nahrungsmittel stammt von Kleinbauern. Paradoxerweise sind es eben diese Landwirte, die häufig besonders von Hunger bedroht sind. Es gilt also die Landwirte zu befähigen und ihnen ein würdiges Leben zu ermöglichen, damit diese wiederum Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft leben können.

Im Schokobereich heißt das:
Die Hersteller:innen unserer Schokoladen beziehen Kakaobohnen direkt von den Landwirten und Kakao-Kooperativen und zahlen Preise, die weit über den Produktionskosten liegen. Der Vorteil? Auf diese Weise sind sie nicht von schwankenden Rohstoffpreisen betroffen. Da es sich häufig um Kleinbauern und -bäuerinnen handelt, kann eine Senkung der Weltpreise unmittelbar zu Hungersnöten führen. Dank fairen Preisen und geförderten Weiterbildungsprogrammen können ganze Familien ernährt werden. Außerdem können die Landwirte nachhaltiger wirtschaften, was letztlich besser für die Umwelt ist und stabilere Einkommen ermöglicht.

 

Ziel 5: Geschlechter­gleichstellung

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Fairer und direkter Handel hilft Geschlechtergleichstellung zu fördern. Insbesondere im Kakaoanbau ist es noch viel zu häufig so, dass Landwirte die Kakaoplantagen besitzen und verwalten, währen die Frauen der Familie die harte Arbeit erledigen müssen. Faire Organisationen setzen zunehmende auf Zusammenarbeit mit Plantagen und Kooperativen, wo Frauen eine Stimme gegeben wird.

Im Schokobereich heißt das:
Organisationen wie ‚Uncommon Cacao‘ setzen sich zur Bekämpfung von Frauendiskriminierung ein, indem sie gezielt mit Landwirtinnen zusammenarbeiten. Viele unserer Partner-Schoko-Manufakturen arbeiten wiederum mit ‚Uncommon Cacao‘ und erkennen die wichtige Rolle der Frauen in der Landwirtschaft an.

 

Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Kinderarbeit und Kindersklaverei sind das Gegenteil menschenwürdiger Arbeit. Alleine in West-Afrika arbeiten laut aktuellen Studien über 1,5 Millionen (!) Kinder auf Kakaoplantagen, teilweise sogar als verschleppte Sklaven. Direkter Handel tritt dem entgegen, indem höhere Löhne gezahlt und vor allem eine größtmögliche Transparenz geschaffen werden.

Im Schokobereich heißt das:
Wie bei Ziel 1 bereits erwähnt: höhere Löhne sind das wichtigste Werkzeug um Kinderarbeit zu bekämpfen und menschenwürdige Arbeit zu ermöglichen. Nur wenn Landwirte angemessene Preise für ihre Ernten bekommen, können sie ihre Familien ernähren und die Kinder können statt zu arbeiten in die Schule gehen. Deshalb ist für uns und unsere Schoko-Partner in crime direkter Handel mit fairen Preisen und langfristigen Beziehungen höchste Priorität!

 

Ziel 10: Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern

Während in westlichen Ländern Schokolade zu Billigpreisen verramscht wird, müssen Landwirte und Kinder in Kakao-produzierenden Ländern dafür leiden. Schuld daran sind nicht – wie so oft behauptet wird – die Konsument:innen. Sondern vor allem millionenschwere Konzerne, welche Kakaopreise drücken und gleichzeitig hohe Gewinne einfahren. Kurz gesagt: hier liegt sehr viel Ungleichheit vor, der wir mit unserm Schoko-Angebot gerne entgegenwirken wollen.

Im Schokobereich heißt das:
Diese Ungleichheiten zu beheben ist eines unserer absoluten Kernanliegen! Unser Sortiment besteht – mit saisonalen Schwankungen – aus etwas 50% Ursprungsschokoladen. Was bedeutet das? Ursprungsschokoladen in unserer Definition Schokoladen, die direkt im Ursprungsland des Kakaos hergestellt wurden. So beziehen wir Schokoladen von Hersteller:innen wie MIA direkt aus Madagaskar, Schokoladen aus Lateinamerika und sogar Schokoladen direkt aus den Philippinen. Der große Vorteil liegt vor allem darin, dass ein großer Teil der Umsätze direkt in den Communities vor Ort landet. So kann ein funktionierendes und nachhaltiges Wirtschaften vor Ort etabliert werden.

Unsere Schoko-Partner:innen aus westlichen Ländern zahlen nicht nur weit über Fairtrade-Standards, sondern sehen die Landwirte vor Ort als Partner an, nicht als Ressource. Sie arbeiten mit ihnen zusammen und verlassen sich auf ihre Expertise in den Bereichen der Nachernte, Trocknung und Fermentation. Bei den großen Schoko-Konzernen werden Kleinbauern oft nur als günstige Produzent:innen von Rohstoffen angesehen, alle weiteren Schritte werden bei den Firmen beziehungsweise ihren Importeuren umgesetzt. Dies führt natürlich dazu, dass extrem geringe Preise bei den Kleinbauern ankommen. Anstatt sie zu empowern, wird ihre schlechte Position in der Lieferkette auch noch radikal ausgenutzt.

 

Ziel 12: verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Auch wenn Schokolade aus unserer Sicht zu jeder ausgewogenen Diät dazu gehört, ist und war Schokolade eigentlich ein Luxusgut. Früher von Kaiserinnen und Königen geliebt, ist die Schokoladenwelt durch die Industrialisierung in eine echte Schieflage geraten. Esst weniger Schokolade! Aus unserer Sicht führt an einem Weg zurück zu mehr Qualität statt Quantität nichts mehr vorbei.

Im Schokobereich heißt das:
Unser Schoko-Sortiment ist nicht nur voller fairer und nachhaltiger Schokoladen, die Schokoladen sind aus feinen Kakaobohnen gemacht und dementsprechend super lecker und aromatisch. Faire Edelkakaobohnen haben ihren Preis und deshalb setzen wir auf Klasse statt Masse! Nicht zuletzt in unseren Schoko-Tastings raten wir, lieber zur hochwertigen Schokolade mit echter Kakaobutter und weniger Zucker zu greifen. Diese dann angemessen genießen und Ihr werdet viel länger etwas von ihr haben. Darüber hinaus werden die Landwirte angemessen für ihre Produkte bezahlt, sie können wiederum nachhaltiger wirtschaften, was sich wiederum positiv auf die Umwelt auswirkt. Eine Win-Win-Situation!

 

Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Während in West-Afrika ganze Regenwaldgebiete für Kakaobäume gerodet werden – um neue fruchtbare Flächen zu erschließen – gibt es agroforstwirtschaftliche Kakaoanbauflächen, die teilweise sogar relevante Mengen CO2 einsparen. Darüber hinaus sind Menschen in Kakaoregionen von der globalen Erderwärmung besonders stark betroffen.

Im Schokobereich heißt das:
Während industriell gefertigte Schokolade häufig mit Kakao aus Monokulturen stammen, welche auf gerodeten Flächen angebaut wurden, sieht dies bei feiner Schokolade oft anders aus. Wir bei Theyo schauen bei der Kakaoanbau-Art besonders genau hin. Wir beziehen nur Schokoladen, die mit Kakaobohnen aus Permakultur bzw. Agroforstwirtschaft stammen. Viele unserer Partner-Hersteller:innen unterstützten zudem Baumpflanze-Aktionen oder lassen ihre Kakaobohnen mit Schiffen per Windkraft nach Europa bringen. Alle eint, dass wir versuchen – wo wir können – einen positiven Impact zu schaffen.

 

Ziel 15: Leben an Land

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Kakaobauern und -bäuerinnen können mit bestimmten Anbausystemen die Umgebung von Tieren schützen, Biodiversität stärken und Bodenfruchtbarkeit unterstützen. Durch fairen Handel und Langzeitverträge können Landwirte in die Lage versetzt werden, ihren Kakaoanbau nachhaltiger und ökologischer zu gestalten.

Im Schokobereich heißt das:
Beim Schokoladen-Einkauf achten wir nicht nur auf den Geschmack (sorry not sorry 😉 ), sondern schauen besonders kritisch auf die Lieferketten. Kommen die Kakaobohnen aus direktem Handel und werden sie in Mischkulturen angebaut? Kommen sie vielleicht aus Agrofortsystemen, die seltene Tierarten beherbergen? Und sind es sogar alte Kakaosorten, denen durch ihre Verarbeitung neues Leben eingehaucht wird? Treffen einige oder mehrere dieser Aspekte zu, dann schaffen die Schokoladen es – nach ausgiebigen Tasting-Runden im Team – in unser Sortiment. Unsere kuratierten Tasting-Boxen findet Ihr übrigens hier

 

Ihr würdet gern mehr über faire und nachhaltige Schokolade lernen? Dann macht doch mal ein nachhaltiges Teamevent mit uns! Oder schaut mal, welche Schokoladen-Tastings gerade bei uns so anstehen. Wir freuen uns Euch zu sehen! 

 

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